Die Methode der bindungsorientierten Psychotherapie: Bindungsenergetik. Eine Verbindung aus Naturverständnis, Bindungstheorie und Neurobiologie
Bindung als Methode
Die bindungsorientierte Psychotherapie der Bindungsenergetik führt Erkenntnisse aus der Entwicklungspsychologie, der Bindungstheorie nach John Bowlby und der Neurobiologie zusammen und verbindet sie mit einer Praxis, die Erfahrungen aus der Körpertherapie integriert.
Da sich das Gehirn durch Bindungserfahrungen entwickelt, stellt die Methode die Bindung zu sich selbst und die individuelle Verbindung zur Welt ins Zentrum.
Die Methode folgt einem Naturverständnis, das die innere Ordnung eines Menschen als Teil natürlicher Systeme sieht, die zu einem stabilen Gleichgewicht streben. Sie geht davon aus, dass die natürliche Biologie tiefer wirkt als die Erfahrungen, die unser Verhalten im Laufe des Lebens formen.
In einem sicheren Raum der Selbsterfahrung kann im Verlauf die eigene Bindungsnatur vertrauter werden. Die zunehmende Verbindung zu sich selbst kann die Selbstsicherheit stärken. Die natürliche Art, sich zu binden und in Beziehung zu gehen, kann stabilisiert werden, sodass sich Muster, die darauf störend eingewirkt haben, an Einfluss verlieren können.
Einschränkende Erfahrungen können erkannt und entlastet werden. So kann Stress abnehmen und Spielraum für neue Erfahrungen und Entwicklung entstehen. Die vertiefte Verbindung zu sich selbst kann in bestehende und zukünftige Bindungen und Beziehungen positive verbindende Impulse und Entwicklungen bringen.
Antworten auf Fragen zur Methode der bindungsorientierten Psychotherapie
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Die Bindungstheorie nach John Bowlby und Mary Ainsworth: Sie zeigt, dass frühe Bindungserfahrungen unsere Art zu denken, zu fühlen und zu handeln tief prägen, um Nähe und Schutz zu sichern. Daraus entwickeln sich Beziehungsstrategien und innere Muster, die im weiteren Leben wirksam bleiben.
Die Neurobiologie und Neuroplastizität: Emotional überfordernde Erfahrungen bilden stabile neuronale Muster, die langfristig einschränkend wirken können. Die Neuroplastizität beschreibt, dass sich neuronale Netzwerke ein Leben lang durch neue Erfahrungen verändern können, auch durch neue Bindungserfahrungen.
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Das organische Herz hat ein eigenständiges Nervensystem, das auch als ›kleines Gehirn‹ oder ›intelligentes Herz‹ bezeichnet wird. Daher wird in das Gespräch die Herzwirkung — Wohl oder Stress — als Informationsquelle einbezogen.
Herz, Gehirn und Körper sind über den Vagusnerv des parasympathischen Systems verbunden, über den Ruhe, Entspannung und Regeneration gefördert werden können.
Unser Nervensystem kann biologisch vom Stressmodus (Sympathikus) in den Ruhemodus (Parasympathikus) wechseln. Dabei wird unter anderem Oxytocin ausgeschüttet, das als Bindungshormon bekannt ist, und Blutdruck, Herzfrequenz und das Stresshormon Cortisol können sinken. Auch Berührung, die zu unseren frühesten Bindungserfahrungen zählt, kann diesen Wechsel unterstützen.
Nach neurobiologischem Verständnis können sich durch Stress geprägte Nervenverbindungen leichter in einem sicheren und entspannten Rahmen verändern. Daher ist dieser Aspekt ein wesentlicher Bestandteil der bindungsenergetischen Therapie.
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Bindung begleitet uns ein Leben lang. Zu Beginn des Lebens sichert sie unser Überleben und prägt von Anfang an die Entwicklung unseres Gehirns. Nach John Bowlby ist der Mensch zutiefst darauf angewiesen.
In der Bindungstheorie ist die Fürsorge der Eltern die erste Quelle für Geborgenheit. Erleben Säuglinge und Kinder sie verlässlich, kann sich ein Gefühl von Sicherheit und Vertrauen entwickeln, das später als sichere Basis dient, um mutig die Welt zu erkunden.
Bindung richtet sich darauf aus, dass Entwicklung weitergeht, mit Reifung, Wachstum und Entfaltung. Sie ist ein vereinigender Prozess: Etwas gerät unter den Einfluss eines übergeordneten Systems, dem Bestreben folgend, Teil von etwas Größerem zu werden.
Die Methode versteht jeden Menschen als individuelles System, vorstellbar wie ein Sonnensystem aus psychischen Elementen, in dem Gefühle, Eigenschaften und Fähigkeiten zusammenwirken. Bei jedem Menschen sind andere Elemente zentral. Im Verlauf der Therapie können sich diese Elemente neu einbinden: Die Elemente, die der eigenen Bindungsnatur entsprechen, können zentral und einflussreich werden, sodass störende Prozesse an Einfluss verlieren können.
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Jeder Mensch hat eine ganz eigene Art des Wohlgefühls, des Denkens und des Fühlens. So hat auch jeder Mensch ein eigenes, individuelles Naturell, Bindungen einzugehen.
Die Bindungsnatur bildet das Fundament für die Bindung zu sich selbst, zu den eigenen Gefühlen, Eigenschaften und Fähigkeiten, sowie zu anderen Menschen und zum Umfeld. Eine vitale Bindungsnatur kann zu einer selbstsicheren Bindung zu sich selbst beitragen (Selbstsicherheit), in der Gesundheit und Persönlichkeit im Einklang stehen können und Beziehungen zu anderen stimmiger werden können.
Aus diesem Verständnis leitet sich der therapeutische Prozess ab: Er stärkt die Verbindung zur eigenen Bindungsnatur. Ziel ist, dass die natürliche Anlage immer weniger von erfahrungsgeprägten Prozessen gestört wird und ein Mensch seiner eigenen Natur emotional, kognitiv und im Handeln mehr entsprechen kann.
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Die Methode der Bindungsenergetik wurde im Jahr 2000 von Michael Munzel begründet. Grundlage waren ein Psychologiestudium, die Bindungstheorie nach John Bowlby und Mary Ainsworth sowie die Theorien von Sigmund Freud, Heinz Kohut und Otto F. Kernberg. Praxiserfahrungen in der Körpertherapie mit chronisch erkrankten Menschen waren die Motivation, eine Methode zu entwickeln, die keinen zusätzlichen Stress erzeugt, wenn Abwehrmechanismen berührt werden.
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Wenn sich Atome verbinden, wird Energie frei. Der gebundene Zustand ist energetisch stabiler. Natürliche Systeme entwickeln sich zu Ordnungen im stabilen Gleichgewicht. Die Bindungsenergetik überträgt dieses Prinzip als Modell auf psychische Prozesse. Dahinter steht die Philosophie, dass die innere psychische Ordnung eines Menschen Parallelen zur natürlichen Ordnung aufweist: Auch sie kann belastbarer und resilienter werden, wenn die natürliche innere Verbindung stabil ist.
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Nein, ausdrücklich nicht. ›Energetik‹ ist ein Bild für das Naturprinzip der Bindung und bezeichnet keine Energiearbeit. In der Methode wird also keine Energie übertragen oder eingegeben. Die Hand, die bei Einverständnis auf die Herzregion gelegt wird, ist ein Angebot, Berührung als beruhigenden Impuls für das Nervensystem einzubeziehen und den Kontakt zu sich selbst deutlicher wahrzunehmen.
Wenn Sie spüren, dass es Zeit für eine Veränderung, für Entlastung oder mehr Verbindung zu sich selbst ist, lade ich Sie herzlich zu einem Erstgespräch ein. In meiner Praxis im Zentrum von Buchholz in der Nordheide schauen wir gemeinsam, was Sie bewegt und was Sie brauchen.